STABILITÄTSBEDINGUNGEN
Ein System, das sich im Wärmeaustausch mit der Umgebung befindet, wird im thermischen GGW die gleiche Temperatur wie die Umgebung haben. Wenn es sein Volumen verändern kann, wird sich auch ein Druckgleichgewicht zwischen dem System und der Umgebung einstellen. Das sind notwendige Bedingungen für ein thermodynamisches GGW, die sich daraus ergeben, daß die Entropie im GGW ein Maximum hat und deshalb sich in erster Ordnung beim Wärmeaustausch oder bei der Volumenänderung nicht verändern darf. Dies ist jedoch nur eine notwendige, keine hinreichende Bedingung für ein Maximum der Entropie. Aus der Forderung, daß tatsächlich ein Maximum vorliegt, erhält man Bedingungen an die zweiten Ableitungen der thermodynamischen Potentiale:
Wenn sich das System in Kontakt mit einem Wärmebad der Temperatur
In diesem Fall interessiert man sich gar nicht für mögliche irreversible Prozesse innerhalb des Systems, sondern nur für solche, bei denen das System in jedem Augenblick im GGW ist (bezogen auf das System selbst, nicht im GGW mit der Umgebung). Nur dann ist nämlich die Energie des Systems eindeutig als Funktion von S,V (und evtl. anderer Parameter) gegeben. Die Änderung von E, die durch Änderungen
Die Ableitungen sind dabei alle an der GGW-Stelle, also bei
Das bedeutet, daß die Bedingung (*) für keinen Prozeß erfüllt sein darf. Wenn man die Entwicklung von
Die Koeffizienten bei den linearen Gliedern
Es bleibt die Bedingung, daß für alle Werte von
Das bedeutet aber gerade, daß die Matrix
positiv definit ist. (Das ist natürlich die Hesse-Matrix der zweiten partiellen Ableitungen von E(S,V), welche in der Taylorentwicklung von E auftaucht)
Dies führt zu den drei Ungleichungen
Die erste Ungleichung ergibt wegen
Da die Temperatur positiv ist, muß die Wärmekapazität bei konstantem Volumen,
Die zweite Ungleichung bedeutet wegen
sein muß, d.h. bei einer adiabatischen Kompression muß der Druck immer zunehmen: Die adiabatische Kompressibilität
Um die dritte Ungleichung umzuformen, schreibt man
Weil der erste Faktor sich ohnehin schon als positiv herausgestellt hat, muß die isotherme Kompressibilität positiv sein:
Das kann man benutzen, um zu zeigen, daß
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und des Druckes
befindet, so folgt für die möglichen Prozesse aus dem Zweiten Hauptsatz (vgl. die Gleichgewichtsbedingungen):
,
hervorgerufen wird, lautet (jetzt bis zur 2. Ordnung entwickelt!):
,
, auszuwerten (bzw. bei den dazugehörigen Werten
,
). Die Bedingung dafür, daß das System tatsächlich in einem stabilen GGW ist, besagt gerade, daß keine mit einer Vergrößerung der Gesamtentropie verknüpften Prozesse möglich sein sollen, daß also für alle Werte von
,
gilt:
in diese Ungleichung einsetzt, so ergibt sich:
,
müssen auf jeden Fall verschwinden, weil es sonst immer möglich wäre, das Vorzeichen von
bzw.
so zu wählen, daß der ganze Ausdruck negativ wird und die Ungleichung verletzt ist. Das ergibt jedoch nur die schon bekannte Bedingung, daß im GGW das System Druck und Temperatur des Wärmebades annehmen muß.
,
der Anteil mit den quadratischen Gliedern größer als Null sein muß.

und
:
, ebenfalls positiv sein. Im entgegengesetzten Fall würde eine Zufuhr von Wärme die Temperatur des Systems verringern, woraufhin wegen des entstehenden Temperaturgradienten noch mehr Wärme vom Wärmebad zufließen würde, usw. ...
, daß
ist positiv.
die Ableitungen der Energie nach S und V als Temperatur und Druck, faßt
alle Terme als Funktionaldeterminante von T,p nach S,V zusammen, geht
zu den unabhängigen Variablen T,V über und kommt so unter
der Benutzung der Ausdrücke für die isotherme Kompressibilität
und die Wärmekapazität bei konstantem Volumen
zu folgendem Resultat (im Detail...):

gilt . Daraus folgt dann außerdem
[Beweis] und natürlich
wegen
.
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